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Person: Wiepen, Yvonne (Autor) 
  
Titel: Charakteristika und zeitliche Merkmale des Blickrichtungsnacheffekts
  
Dokument:
3084.pdf (2.338 KB) PDF
Freie Schlagwörter (Deutsch): Visuelle Wahrnehmung , Blickwahrnehmung , Blickrichtung , Blickrichtungsnacheffekt , Adaptation
Freie Schlagwörter (Englisch): visual perception , gaze perception , gaze direction , direction-specific aftereffect , adaptation
Quelle: Mainz : Univ. 155 S.
Erscheinungsjahr:    2011
URN: urn:nbn:de:hebis:77-30848
  
Dokumentart:
Buch Buch
Weitere Angaben zur Dokumentart:    Dissertation
Sprache: Deutsch
Open Access: OpenAccess
Einrichtung: Psychologisches Institut
DDC-Sachgruppe:    Psychologie
ID: 3084  Universitätsbibliothek Mainz
Hinweis:
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Abstract: In der vorliegenden Arbeit werden verschiedene, insbesondere zeitliche Aspekte des Blickrichtungsnacheffekts (gaze aftereffect) untersucht. Dieser Effekt besagt, dass nach längerer
Betrachtung von Bildern, die Personen mit abgewandtem Blick zeigen, die Wahrnehmung von Blickrichtungen in Richtung des adaptierten Blickes verschoben ist. Betrachter halten dann zugewandte Blicke fälschlicherweise für in die Gegenrichtung verschoben, und Blicke in die Adaptationsblickrichtung fälschlicherweise für geradeaus, d.h. sie fühlen sich angeschaut, obwohl sie es nicht werden. In dieser Dissertation wird der Blickrichtungsnacheffekt mit vier psychophysischen Experimenten untersucht, in denen die Probanden einfache kategoriale Urteile über die Blickrichtung der Testbilder abzugeben hatten.rnrnDas erste Experiment untersucht die Induktion des Blickrichtungsnacheffekts. Es wird gezeigt, dass keine separate Adaptationsphase für die Induktion des Nacheffekts notwendig ist. Auch die alleinige, relativ kurze Darbietung des zur Adaptation verwendeten Reizes (TopUp-Display) vor der Präsentation eines Testbildes führt im Laufe wiederholter experimenteller Darbietungen zu einer Verschiebung der allgemeinen
Blickrichtungs-Tuningkurve, sowie zu ihrer Verbreiterung. In einem zweiten Experiment wird nachgewiesen, dass die Ausprägung des Blickrichtungsnacheffekts von der jeweiligen Darbietungszeit des Adaptationsreizes abhängt. Zwar ist der Nacheffekt umso stärker, je länger das TopUp-Display gezeigt wird. Aber auch bei sehr kurzen Darbietungszeiten von einer Sekunde kommt der Effekt bereits zustande, hier zeigt sich eine lokal begrenztere Wirkung. Die Auswertung des zeitlichen Verlaufs ergibt, dass sich der Effekt rasch vollständig aufbaut und bereits innerhalb der ersten Darbietungen entsteht. Das dritte Experiment zeigt, dass dem Nacheffekt sowohl kurzfristige Einwirkungen der direkt vor dem Testbild erfolgten Reizung zugrunde liegen, als auch langfristige Memory-Effekte, die über die im Laufe des Experiments gegebenen Wiederholungen akkumuliert werden. Bei Blickwinkeln von 5° halten sich kurzfristige und langfristige Einwirkungen in etwa die Waage. Bei Blickwinkeln von 10° aber sind nur knapp 20% kurzfristig,
und etwa 80% langfristige Einwirkungen für den Effekt verantwortlich. In einem vierten Experiment wird die zeitliche Rückbildung des Effekts untersucht und gezeigt, dass sich der Blickrichtungsnacheffekt im Kontrast zu seiner schnellen Entstehung langsam, nämlich innerhalb mehrerer Minuten zurückbildet.rnrnDie Diskussion der Ergebnisse kommt zu dem Schluss, dass die hier gefundene zeitliche Dynamik des Blickrichtungsnacheffekts Adaptationsprozesse auf höheren Schichten der visuellen Informationsverarbeitung als die zugrunde liegenden Mechanismen nahe legt.
   
Weiteres Abstract: The purpose of this dissertation is to explore different and, above all, temporal dynamics of the gaze aftereffect. The gaze aftereffect means that perception of
gaze direction is shifted in the direction of the adapted gaze after previous exposure to images that show persons with adverted gaze. When exposed to adverted gaze for some time, subjects perceive facing gaze erroneously as shifted into the opposite direction and gazes into the adaptation gaze direction as straightforward, i.e. they feel that they are looked at even if they are not. In this dissertation, the gaze aftereffect is explored with the aid of four psychophysical experiments in which participants had to make simple categorical judgements on the gaze directions shown on the probe stimuli.rnrnThe first experiment explores the induction of the gaze aftereffect. Results show that there is no separate adaptation phase needed for the induction of the gaze aftereffect. Even a single, relatively short presentation of the stimulus used for adaptation (topup-display) prior to the presentation of a probe stimulus leads to a shift and broadening of the general turning curve of gaze direction under repeated
experimental exposure. In a second experiment, we find that the markedness of the gaze aftereffect depends on the respective exposure duration of the adaptation stimulus. The longer the exposure to the topup-display, the stronger the aftereffect. Even brief exposure durations of one second induce the effect with the impact being more restricted locally. Evaluation of time course shows that the gaze aftereffect establishes completely in a very short period of time and develops even during the first presentations. The third experiment shows that the aftereffect is based both on a short-term impact of the stimulus which has been generated immediately before the probe stimulus and on long-term memory effects which are accumulated through repetition in the course of the experiment. With visual angles of 5°, the percentage of short-term and long-term impacts is almost equal. When given a visual angle of 10°, the effect is caused by short-term impacts in barely 20 per cent of the cases and by long-term impacts in
approximately 80 per cent of the cases. In a fourth experiment, the degeneration of the gaze-aftereffect over time is examined. It can be shown that in contrast to its quick establishment, the gaze aftereffect forms back rather slowly within a couple of minutes.rnrnAs a conclusion of the discussion of the findings, the temporal dynamic of the gaze aftereffect which has been found in this dissertation suggests adaptation processes on higher scales of the visual information processing than on the underlying mechanisms.
   
  
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