Schiefer, Katrin: Wahlbeteiligung bei Europawahlen : eine empirische Studie zu Deutschland und Polen
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Person: Schiefer, Katrin (Autor) 
  
Titel: Wahlbeteiligung bei Europawahlen : eine empirische Studie zu Deutschland und Polen
  
Dokument:
3282.pdf (1.566 KB) PDF
Freie Schlagwörter (Deutsch): Europawahl , Wahlbeteiligung , Polen , Deutschland , European Election Study
Freie Schlagwörter (Englisch): European election , Voter turnout , Poland , Germany , European Election Study
Quelle: Mainz : Univ.
Erscheinungsjahr:    2011
URN: urn:nbn:de:hebis:77-32822
  
Dokumentart:
Buch Buch
Weitere Angaben zur Dokumentart:    Prüfungsarbeit
Sprache: Deutsch
Open Access: OpenAccess
Einrichtung: FB 02: Sozialwissenschaften, Medien und Sport
DDC-Sachgruppe:    Politik
ID: 3282  Universitätsbibliothek Mainz
Hinweis:
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Abstract: In der Arbeit wird die Wahlbeteiligung bei Europawahlen analysiert. Es geht um die Beantwortung der Frage, ob die individuelle Wahlteilnahme in alten und neuen EU-Mitgliedsstaaten bzw. alten und jungen Demokratien auf die gleichen Erklärungsgrößen zurückgeht oder ob möglicherweise Unterschiede zwischen beiden Ländergruppen bestehen. rnAls Bezugspunkt dient die Europawahl, die im Juni 2009 stattfand: Bei dieser Wahl fällt nicht nur die generell niedrige Beteiligung auf, sondern auch erhebliche Niveauunterschiede zwischen den einzelnen
Mitgliedsstaaten. Um diesen Befund erklären zu können, wird zunächst ein theoretisches Erklärungsmodell entwickelt, das sich auf die folgenden fünf Dimensionen bezieht: politisches System der EU, europäische politische Gemeinschaft, Wählermobilisierung während des Europawahlkampfes, Gewohnheitswahl und Einschätzung der staatlichen sowie der eigenen wirtschaftlichen Lage. Als Erklärungsgröße werden in den fünf Bereichen jeweils unterschiedlich stark ausgeprägte Defizite in den beiden Ländergruppen angenommen. rnExemplarisch werden Deutschland und Polen untersucht. Die empirischen Analysen basieren auf dem umfangreichen Datensatz der European Election Study 2009 (ESS), hier werden die Daten der Voter Study verwendet. Nicht alle Hypothesen lassen sich im Rahmen der Arbeit bestätigten, nur ein Teil der unabhängigen Variablen hat auch im multivariaten Modell noch einen Einfluss auf die Europawahlbeteiligung. rnFür Deutschland zeigen die Ergebnisse, dass Wahlnorm und Wählermobilisierung einen größeren Effekt
auf die Stimmabgabe ausüben als die Nutzenseite (Effektivität) der Wahlen. Im zweiten Modell, das für die polnischen Befragten berechnet wurde, erweisen sich nur zwei der unabhängigen Variablen als signifikant, d.h. nur die Einschätzung der Effektivität der Wahl und die internalisierte Wahlnorm haben einen Einfluss auf die Wahlteilnahme. Von der Effektivitätseinstufung geht eine größere Erklärungskraft aus als von der Wahlnorm; in diesem Modell überwiegt folglich die Nutzenseite der Europawahl. Es kann gezeigt werden, dass die unterschiedlichen Beteiligungsraten in den beiden Staaten durch unterschiedlich stark ausgeprägte Defizite in den Bereichen des politischen Systems und der Wahlnorm zustande kommen. Die Defizite sind in Polen stärker ausgeprägt und können so die niedrigere Wahlbeteiligung erklären. Darüber hinaus kann resümiert werden, dass die Nutzenseite der Europawahl in Polen einen stärkeren Einfluss auf die Beteiligung ausübt als in Deutschland.
   
Weiteres Abstract: In this paper, the voter turnout at European Parliament elections is analysed. The question is addressed whether the individual act of voting in the established and new EU member states - or rather established and new democracies - can be explained by the same variables or whether different determinants are at work.\r\nThe analyses are based on the European Parliament Elections of June 2009: This election did not only show low turnout rates, but also significant differences in the level of the turnout rates between the individual member states. To be able to explain these differences, a theoretical model was developed which refers to the following five dimensions: the political system of the EU, the European political community, the voter mobilisation during the election campaigns, habitual voting and the
individual perception of the country’s economic situation and one’s own situation. It is assumed that different levels of deficits in these five dimensions explain the differences between the two groups of countries. \r\nHere, Germany and Poland function as exemplary cases. The empirical analyses are based on the comprehensive dataset of the European Election Study 2009 (ESS), the data of the Voter Study was used here. Not all of the hypotheses could be confirmed in the paper, only some of the independent variables still had a significant influence on the voter turnout at European elections in the multivariate model.\r\nFor Germany, the results show that the voting norm and the voter mobilisation have a stronger effect on voting than the utility-driven side (effectiveness) of the election. In the second model, which was calculated for the Polish people, only two of the independent variables have proven to be significant. Only the individual assessment of the effectiveness of the election as well as the
internalised voting norm have an influence on casting a vote, whereas the latter has a weaker effect. Hence, the utility-driven side of the election dominates in this model. It can be shown that the differences in the level of the turnout rates in the two countries results from different levels of deficits in the two dimensions of the political system and habitual voting. The deficits are more pronounced in Poland and thus account for the lower turnout rates. Moreover, it can be concluded that the assessment of the effectiveness of the European election has a stronger influence on voting in Poland than in Germany.
   
  
Verfügbarkeit prüfen:    URN (urn:nbn:de:hebis:77-32822)
 


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